Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.

 

 

 

 

 

 

              Biologische Stechmückenbekämpfung am Oberrhein

 
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Aktualisiert: 11.09.2016   

Metzger, Ralph (1987): Die Chironomiden-Fauna (Diptera) ausgewählter Gewässer am nördlichen Oberrhein sowie deren mögliche Beeinflussung durch die Stechmückenbekämpfung mit B.t.i.-Präparaten

Diplomarbeit


Ziele der Arbeit waren:
1. eine Erfassung der im Untersuchungsgebiet am nördlichen Oberrhein vorkommenden Zuckmücken der Unterfamilie Chironominae durchzuführen;
2. zu untersuchen, ob es durch den Einsatz des B.t.i.-Präparates Bactimos WP zu schädlichen Auswirkungen auf die Chironominae-Fauna im Untersuchungsgebiet kommt.


Das Untersuchungsgebiet lag zwischen Mannheim-Rheinau und Ketsch. Dort wurde die faunistische Erfassung an sechs unterschiedlichen Gewässertypen (Altrhein, Baggersee, Tümpel und temporär überflutete Schilfbereiche) durchgeführt. Der Erfassungszeitraum beschränkte sich auf die Zeit von Juli bis September.

Die Zuckmückenfauna der Gewässer wurde mit Hilfe von schwimmenden Eklektoren (Emergenz-Sammelfallen) erfasst. Die Artzuordnung vieler Zuckmücken- Gattungen dieser Untersuchung muss aufgrund der zu diesem Zeitpunkt noch unvollständigen Bestimmungsliteratur noch als vorläufig angesehen werden.

 

Für die Versuche mit B.t.i. wurden die Formulierung BACTIMOS WP verwendet. Laut Autor besaß diese Formulierung eine biologische Aktivität von 6.000 ITU/mg. Die Wirkung des Verwendeten Materials wurde zunächst gegen den Zielorganismus Culex pipiens (Stechmücke) verifiziert. Danach wurden zunächst Labortests gegen Larven verschiedener Vertreter der Unterfamilie Chironominae durchgeführt. Dabei wurde B.t.i. in folgenden Konzentrationen zugesetzt: 0,025, 0,1 0,25, 1, 2 und 4 mg/l (entsprechend: 150, 600, 1.500, 6.000, 12.000 und 24.000 ITU/l). Zur Auswertung der Versuchsansätze wurde die Prozentmortalität ermittelt.

 

Darüber hinaus wurden Freilandversuche zur B.t.i.-Wirkung in zwei weiteren Gewässern durchgeführt. Zur Ermittlung der dosisabhängigen Wirkung wurde bei diesem Versuchsteil die Anzahl der nach ein bis vier Tagen im Bodensediment der Gewässer überlebenden bzw. toten Zuckmückenlarven nach Prozentmortalität ausgewertet. Zum Einsatz kamen Konzentrationen von 0,25, 0,5, 1, 2, 4, 10 und 20 mg/l (entsprechend: 150, 1.500, 6.000, 12.000, 24.000, 60.000 und 120.000 ITU/l).

 

 

Wichtigste Ergebnisse:


Faunistische Untersuchung:
Faunistisch konnten 44 aquatische Zuckmückenarten aus drei Unterfamilien (Tanypodinae, Orthocladiinae und Chironominae) nachgewiesen werden. Am artenreichsten trat dabei die Unterfamilie Chironominae mit 27 Arten auf, gefolgt von den Orthocladiinae (11 Arten) und den Tanypodinae (sechs Arten). Dabei geht der Autor davon aus, dass die tatsächliche Artenzahl in den Gewässern über der der nachgewiesenen Arten liegen wird.


Die größte Artenvielfalt (zwischen 24 und 13 Arten) wurde für die Dauergewässer (Altrhein und Baggerseen) sowie die semipermanenten Gewässer (Tümpel) ermittelt. Aus temporär überfluteten Schilfgebieten wurden dagegen nur sechs bis neun Zuckmückenarten erfasst.

 

Grundsätzlich wies jedes untersuchte Gewässer bezüglich der Zuckmücken eine andere faunistische Zusammensetzung auf, die sich wiederum deutlich von der Fauna unterschied, die bei anderen Untersuchungen im Oberrheingebiet erfasst wurde (FRITZ 1982).

Wirkung von B.t.i. auf Zuckmücken (Laborversuche):
Unter Laborbedingungen konnte bei Zweit-, Dritt- und Viertlarven der Chironomus plumosus-Gruppe ab einer Konzentration der B.t.i.-Formulierung BACTIMOS WP von 2 mg/l (12.000 ITU/l) eine Schädigung festgestellt werden. Diese Konzentration liegt 80fach höher als die bei der Routinebekämpfung eingesetzte Wirkstoffkonzentration (150 ITU/l).


Wirkung von B.t.i. auf Zuckmücken (Freilandversuche):

Im Freiland sind die entsprechenden Larvenstadien dieser Zuckmückengruppe noch deutlich weniger empfindlich. Bis zu einer Konzentration von 4 mg/l (24.000 ITU/l) konnte hier noch keine Schädigung festgestellt werden. Diese Konzentration entspricht dem 160fachen der bei der Routinebekämpfung eingesetzte Wirkstoffkonzentration.

 

Bei den Freilanduntersuchungen war auffällig, dass sich die Zuckmückenlarven nicht gleichmäßig über den Grund der Versuchsgewässer verteilt aufhielten, sondern dass es zu lokalen Anhäufungen kam. Dadurch wurde die statistische Auswertung erschwert. Weder bei den Labor- noch bei den Freilandversuchen wurden Erstlarven betrachtet, da sich diese, insbesondere bei den Feldversuchen, aufgrund ihrer geringen Größe der Erfassung entzogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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